Fehlfarben beim Dobermann (Farbmutations Alopezie / Blue Dobermann Syndrom)
 

Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die sich durch einen fleckigen, lichten Fellwuchs bemerkbar macht. Dieses Erscheinungsbild tritt bei Tieren auf, die für unnatürliche Fehlfarben gezüchtet werden, wie bespielsweise auch der blaue oder isabellfarbene Dobermann. Diese Farben mögen ausgesprochen interessant aussehen, jedoch verkümmern die Haarfollikel mit der Zeit, was in einer Reihe von Haut- und Fellproblemen resultiert. Nahezu jeder blaue und isabellfarbene Dobermann leidet unter diesem Zustand. Bei den Welpen ist der Fellwuchs noch normal, doch letztendlich fallen die unnatürlich gefärbten Haare aus, die Haut wird trocken und schuppig. Um die Krankheit zu diagnostizieren, reicht die Untersuchung eines dieser fehlfarbenen Haare unter dem Mikrokop aus. Die Durchführung einer Biopsie durch einen Pathologen ist ein anderer möglicher Weg. Es gibt keine Möglichkeit der Heilung, weshalb die verordnete Behandlung mit medizinischen Shampoos und Feuchtigkeitscremes ein Leben lang andauert. Diese fehlfarbenen Hunde benötigen mehr Pflege als der durchschnittliche Halter zu geben bereit ist. Aus diesem Grund ist die Zucht mit Fehlfarben verboten.


Farben beim Dobermann (v.li.): isabell, braun, blau und schwarz.

Vermutlich wird die Farbintensität beim Dobermann von einem einzigen Gen (D-Gen) gesteuert, welches beim Dobermannin zwei Varianten (Allelen) vorkommt: "Blau" und "Isabell". Diese Allele, und damit die Farbintensität , werden nach den Mendelschen Regeln vererbt. Intensive Farbe wird mit D bezeichnet und wird dominant vererbt, während abgeschwächte Farbe mit d bezeichnet und rezessiv vererbt wird.
Intensive Farbe wird mit D bezeichnet und wird dominant vererbt, während abgeschwächte Farbe mit d bezeichnet und rezessiv vererbt wird.

Es gibt folgende drei Genotypen der D-Serie:
DD = reinerbig schwarz-rot bzw. rot, dieser Hund vererbt niemals Blau bzw. Isabell
Dd = mischerbig schwarz-rot bzw. rot, dieser Hund kann Blau bzw. Isabell vererben
dd = reinerbig blau bzw. isabell, dieser Hund vererbt immer Blau

"Blau" (abgeschwächte Farbe von schwarz-roten DP)
"Isabell" (abgeschwächte Farbe von roten DP)
Blaue und isabellfarbene Dobermänner sind von der Zucht ausgeschlossen.

Blue Dobermann Syndrom (Farbmutantenalopezie, Color dilution alopecia)
Beim Blue Dobermann Syndrom handelt es sich um eine Erbkrankheit die mit einem genetischen Defekt der Melanozyten einhergeht. 
Während normalerweise das dunkle Pigment (Melanin) in feinen Partikeln gleichmässig an die haarbildenden Zellen abgegeben wird, produzieren die Melanoyzten bei Hunden mit blauer Fellfarbe Melaninklumpen.
Zur Farbmutantenalopezie kommt es erst dann, wenn diese Pigmentklumpen so gross werden, dass sie den Haarschaft instabil und zerbrechlich machen. 
Die daraus resultierenden Haarbrüche äussern sich in einem zunehmenden Haarverlust, welcher sich zuerst in einem leicht ausgedünnten Fell und später in gänzlicher Haarlosigkeit präsentiert.
Die Farbe beruht auf einem rezessiven Gen, dem sog. Verdünnungsgen 
(d = deluted, dass also immer doppelt vorliegen muss, um die Farbe hervorzubringen). 

Von der Farbmutantenalopezie weitaus am häufigsten betroffen sind Hunde der Rassen Pinscher, Dobermann und blaue Dogge. Weitere gefährdete Hunderassen:
* Greyhound
* Irish Setter
* Teckel
* Chow Chow
* Whippets
* Pudel
Betroffene Hunde werden mit normalem Fell geboren. Hunde mit hellerer, blauer Fellfarbe zeigen erste Veränderungen bereits im Alter von rund sechs Monaten, bei Hunden mit dunkleren Blautönen können die Veränderungen erst im Alter von zwei bis drei Jahren auftreten.

Klinische Symptome
* trockene, rissige, schuppige Haut
* bakterielle Hautentzündung
* Haarausfall besonders an der Rückseite der Ohren, Flanken, kaudale Partien der Gliedmassen
* fehlerhafte Fellstruktur
* fehlendes Deckhaar
* Ekzeme, eitrige Pickel
* Immunschwäche

Die Diagnose wird mittels mikroskopischer Haaruntersuchung sowie der Untersuchung von Hautproben unter örtlicher Betäubung gestellt. Das Blue Dobermann Syndrom ist nicht heilbar. Therapeutisch werden deshalb in erster Linie die Sekundärprobleme behandelt.
* Antibiotika bei bakteriellen Hautentzündungen
* Schwefelshampoos und befeuchtende Sprays, Conditioner, Öle um die Schuppung zu reduzieren
  und die trockene Haut zu pflegen

Farbtabelle (Bei welcher Verpaarung können welche Farben entstehen?): 


Beispiel:
Ein reinerbig (BB DD) schwarzer Dobermann kann in Kombination mit allen Farben ausschließlich schwarze Nachkommen zeugen. 
Ein Elternteil, das äußerlich schwarz aussieht, aber ein Braun-Gen (Bb DD) trägt, kann sowohl schwarze als auch braune Nachkommen haben. 
Wenn beide Elternteile Träger eines Aufhellungsgens ("Dilute") sind -äußerlich schwarz (BB Dd oder Bb Dd) oder braun (bb Dd) aussehen- können aus dieser Verpaarung Fehlfarben entstehen. 
Hunde mit äußerlich sichbarer Fehlfarbe tragen das Dilute-Gen doppelt (dd)!
Bei einem Deckakt von zwei fehlfarbenen Hunden kommen nur fehlfarbenen Welpen zur Welt. 

Ob ein Hund ein Dilute-Träger ist, kann per Blutuntersuchung festgestellt werden. Diese Untersuchung wird vom Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen durchgführt: 
http://www.tieraerztliches-institut.uni-goettingen.de (Zentrum für molekulare Diagnostik / Antragsformulare / Farbverdünnung beim Hund "Dilute"-Färbung)


Was muß/kann ich beachten? 

Fütterung:
-> So fetthaltig wie nur mögich, viel Omega-3-Fettsäuren (Lachs)
-> Nachtkerzenöl (Kapseln) -> Lachsölkapseln -> Seealgenmehl 
->Oliven- oder Walnußöl 

Gesundheit: 
-> Nicht alle blauen Dobermänner leiden an Alopezie, auch wenn die TÄ dies gerne behaupten. 
In der Regel gibt es weniger bis keine Probleme, wenn der Blaue aus einer schwarz/schwarz oder schwarz/braun-Verpaarung fällt. 
-> Bei Verdacht auf Alopezie sollt erst Demodikose und Pilzbefall ausgeschlossen werden
-> Schilddrüsenwerte sollten regelmäßig überprüft werden 
-> Blaue Dobermänner frieren im Winter sehr schnell, deswegen sollte man ihm einen Mantel
     anziehen, wenn er gerade nicht tobt. 
-> Pickel im Junghundealter sind normal.
   "Normalfarbigen" haben diese auch, man kann sie nur nicht sehen 

Pflege: 
-> einölen mit Babyöl 
-> im Sommer Sonnencreme benutzen 
-> vor langen Spaziergängen den ganzen Hund mit Olivenöl einölen (wird innerhalb von ca. 3 Std.
     komplett aufgesogen)
-> Rückfettendes Shampoo

 

 

Quelle: Mit freundlicher Erlaubnis von Petra Santori http://stellas.npage.de/